Ein einziger Satz aus dem Tagebuch, im Januar 1922 in einer schlaflosen Nacht geschrieben, und hundert Jahre später hört man ihn noch im Behandlungszimmer: Die innere Uhr jagt, die äußere stockt. Der Essay folgt diesem Satz von Prag über das Schloss bis zu den Menschen, die heute zwischen zwei Uhren leben.
Warum gehen Kafkas Uhren nicht gleich?Im Januar 1922, nach Wochen ohne Schlaf, schreibt Kafka einen einzigen Satz ins Tagebuch: Die Uhren gehen nicht gleich. Der Essay folgt ihm bis in das Schloss, das drei Wochen später begonnen wird, und in die Zimmer der Menschen, die heute zwischen einer inneren und einer äußeren Uhr leben, ohne Kafka je gelesen zu haben. Zum Original
Eingeschlossen sein: Zweigs SchachnovelleEin Hotelzimmer, dessen Tür von außen geschlossen wird; ein gestohlenes Buch mit Meisterpartien; ein Geist, der gegen sich selbst zu spielen beginnt. Eine Lektüre von Zweigs Schachnovelle, die weniger nach dem Wahnsinn des Dr. B. fragt als nach der Geste, mit der er am Ende vom Brett aufsteht. Zum Original
Tanpınar und die Psychologie des WartensEin einziger Tag in Istanbul, der letzte vor dem Krieg, und ein Mann, der auf ein Medikament wartet, auf die Nachrichten im Radio und auf eine Frau, die nicht wiederkommt. Über Tanpınars Roman Huzur, drei Arten des Wartens und die Kunst, sich in einem Wartezimmer einzurichten. Zum Original
Schnitzlers Traumnovelle: die Grenze des BegehrensNach einem Maskenball gestehen sich zwei Eheleute, was nie geschehen ist; und von da an ist alles anders. Über Fridolins Nacht, Albertines Traum, die Maske auf dem Kissen und den ungeschriebenen Vertrag, den jede Ehe hat, bis er zum ersten Mal ausgesprochen wird. Zum Original
Todesangst in Yaloms PraxisIn jedem Behandlungszimmer steht ein dritter Stuhl, auf dem niemand zu sitzen scheint. Über Irvin Yalom, der als einer der Ersten dorthin sah, über Rilkes Malte und Tolstois Iwan Iljitsch, und über die Kunst, den stillsten Gast nicht länger mit dem Rücken anzusehen. Zum Original
Dies ist das erste Buch in türkischer Sprache, das die Ericksonsche Hypnose und die Ego-State-Therapie nicht nebeneinanderstellt, sondern als ein einziges klinisches Verfahren begreift. Es legt die theoretischen und wissenschaftlichen Grundlagen beider Ansätze dar, folgt ihnen in Fallbeispielen bis in die Praxis und zeigt, wo die eine Methode die andere braucht. Geschrieben ist es für Fachleute, die dieses Verhältnis verstehen und in ihre eigene Arbeit übernehmen wollen.
Therapeutische Prozesse aus Ericksonscher und existenzieller Sicht · Nobel Bilimsel, 2026 · in türkischer Sprache
Therapie ist in diesem Buch nicht die Anwendung von Techniken, sondern eine Begegnung zwischen zwei Menschen, die ihre Richtung manchmal in einem Schweigen ändert und manchmal in einem einzigen Satz. Jede Geschichte führt den Leser näher an die Innenwelt eines anderen heran und lässt ihn dabei, beinahe unbemerkt, den eigenen Fragen begegnen, die schon lange still gewartet haben.
Anima Yayınları, Januar 2027 · in türkischer Sprache
Kurze Prosa und Gedichte; Zeilen, die sich am Rand längerer Texte gesammelt haben und nicht fortzuwerfen waren. Ein Satz, nach einer Sitzung ins Heft geschrieben, drei Zeilen aus einem Zug, eine Notiz am Rand eines fremden Buches. Über Jahre gesammelt, zum ersten Mal beisammen.
Geboren in München, aufgewachsen am Meer von Izmir, in Duisburg-Essen Germanist und Sozialwissenschaftler geworden, in Wien Therapeut. Seit zwanzig Jahren sitze ich in einem Zimmer und höre zu, wie Menschen sich selbst erzählen; was ich schreibe und übersetze, ist nur die Fortsetzung dieses Zuhörens mit anderen Mitteln. Gründer des Meaning & Existence Institute in London und München.
Jeder Text braucht an einem bestimmten Punkt ein zweites Auge, und je besser er ist, desto nötiger. Wenn Ihr Manuskript so weit ist, oder wenn Sie einen Roman, eine Figur, einen Film mit jemandem genauer lesen möchten, der beides gelernt hat, das Lesen und das Zuhören: Lektorat und Gutachten, Figuren- und Persönlichkeitsanalyse, Film- und Drehbuchberatung, literarische Übersetzung, Supervision für Schreibende. Keine dieser Arbeiten geht durch eine Maschine. Wer wünscht, dass sein Text von einer menschlichen Hand berührt wird, schreibe mir.